Datei: Offener Brief zur Ernennung eines Bundesgeschäftsführers der CDU

Offener Brief zur Ernennung eines Bundesgeschäftsführers der CDU

Sehr geehrte Annegret Kramp-Karrenbauer,
sehr geehrte Mitglieder des Bundesvorstands,

mit großer Leidenschaft und Freude engagieren wir uns in der CDU und in den Gremien unserer Verbände. Die Entwicklungen der jüngsten Zeit betrachten wir jedoch zunehmend mit Sorge. Diese möchten wir mit diesem Brief zum Ausdruck bringen. Insbesondere müssen wir über eine Personalie sprechen, doch dazu am Schluss. Wir möchten es nicht der SPD gleichtun, indem wir uns ständig nur um uns selbst drehen, respektlos miteinander umgehen und nicht in der Lage sind, demokratische Entscheidungen der Partei zu akzeptieren. Der verbindende Gedanke all unserer Mitglieder, füreinander einzustehen und nur gemeinsam erfolgreich sein zu können, ist das historische Erbe unserer Partei seit Konrad Adenauer. In diesen Tagen ist dies aus unserer Sicht entscheidender denn je. Wir müssen zusammenstehen, müssen uns gemeinsam über Modernisierungen im Bereich Kommunikation unterhalten und damit den Menschen ein ehrliches und lösungsorientiertes Angebot machen.

Wir in der Jungen Union kämpfen täglich für den Erfolg der CDU. Zu diesem Zweck hinterfragen wir uns auch selbstkritisch. Wir fragen uns, wie wir die Menschen in unserem Alter besser erreichen und ihnen unsere Inhalte besser vermitteln können. Wir alle arbeiten hart daran. In Wahlkämpfen sind wir eine unverzichtbare Stütze und waren immer stolz darauf, Hand in Hand mit der CDU zusammenzuarbeiten. Wir tragen mit voller Überzeugung „Jung.Frei.Europäisch.“-Pullis am Wahlstand und versuchen, alte und junge Wähler von der CDU zu überzeugen. Das machen wir, wenn es stürmt und sogar wenn die Organisation des Wahlkampfes zu wünschen übrig lässt und die Partei es nicht schafft, klare Botschaften mit verständlichen Inhalten für die Bevölkerung zu entwickeln.

Das Ergebnis der diesjährigen Europawahl muss für uns eine Warnung sein. Insbesondere der Umgang mit dem Video des YouTubers Rezo hat uns offenkundig gezeigt, dass das Konrad-Adenauer-Haus und die Bundespartei massive Defizite in der Kommunikation zu und mit jungen Menschen besitzen.

In der entscheidenden Wahlkampfphase massive Fehler zu machen und im Nachhinein die Schuld von sich zur Jungen Union zu schieben, zeigt, dass der Umgang mit unserer Generation bei einzelnen Mitarbeitern im Konrad-Adenauer-Haus aktuell scheinbar nicht von Respekt geprägt ist und dem Anspruch, gemeinsam zu gewinnen und gemeinsam zu verlieren, nicht gerecht wird. In der Verantwortung hierfür steht maßgeblich der stellvertretende Bundesgeschäftsführer der CDU: Nico Lange. Er hat die strategischen Entscheidungen während des EU-Wahlkampfes und die Wahlkampfanalyse inhaltlich zu verantworten. Er kennt die Partei mit ihren wirkenden Organisationen offensichtlich nicht gut genug, um zu wissen: Die Junge Union ist Motor jedes Wahlkampfs und mit tausenden ehrenamtlichen Helfern für unseren gemeinsamen Erfolg auf den Straßen und Plätzen und beim Plakatieren im Einsatz. Ihr auf diese Art und Weise vor den Kopf zu stoßen, zeugt von Unkenntnis und Arroganz gegenüber den Mitgliedern der Partei.

Nico Lange missachtet das so wichtige verbindende Element der CDU. Das macht ihn für uns als Bundesgeschäftsführer schlechthin untragbar. Wir fordern daher Sie, Frau Kramp-Karrenbauer auf, ihm die so wichtige Position des Bundesgeschäftsführers nicht anzuvertrauen. Ein in der beschriebenen Art angelegtes Mindset darf bei uns in der Partei keine Schule machen, denn wir bauen Brücken und provozieren keine Spaltungen. Der Nachfolger von Klaus Schüler muss der enormen Verantwortung gerecht werden und eine thematische und kommunikative Erneuerung in der CDU einleiten. Er darf nicht an der unzureichenden Parteiarbeit der letzten Monate beteiligt gewesen sein.

Der Landesvorstand der Jungen Union Berlin

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